MIG-29

März 2013:

Ich befinde mich momentan am Bau der Offshore Mig-29.
www.e-impeller.de

Da im Internet relativ wenige Baubilder vorhanden sind, möchte ich hier deswegen ein paar Bilder meiner Baufortschritte zeigen. Ich will die Mig schon seit über 15 Jahren bauen. Ich saß schon Stunden vorm PC und Katalog und überlegte deswegen. In den ganz frühen Jahren meiner Modellbaukarriere telefonierte ich dann mal mit Herrn Dipl.Ing. Claus Franken (damaliger Inhaber der o.g. Internetseite) und löcherte ihn mit meinen Fragen . Internet hatte ich damals noch nicht. Ich wollte aber unbedingt einen Jet fliegen. Hatte aber wiederum keine Erfahrung. Mit großer Geduld gab er mir Auskunft über das Flugzeug und dessen Bauweise. Am Ende des Gesprächs sprach er ehrlicherweise und ihm zuwider aus, was ich eigentlich schon vor dem Gespräch wusste. Es wäre vielleicht besser mit etwas einfacherem anzufangen. Was Einfachheit angeht sagte er, sind nur seine Baupläne und die Anleitung.

Um großen Frust bereits im Anfangsstadium der Jetfliegerei zu vermeiden riet er mir, ich solle doch mal die Pampa von Vöster oder die Kyosho F-16 anschauen. Dies wurde mir dann auch vom damaligen Vorstand meines Vereins so empfohlen.

Es wurde im Jahr 2000 schließlich die F-16. Allerdings war die es dann, die mich richtig frustriete. Erst durch die Hilfe eines Vereinskollegen bekam ich das Ding mit einigermaßen guten Leistungen in die Luft. Der Spaß war allerdings nur kurz weil es Kyosho damals nicht fertigbrachte, funktionierende Motoren herzustellen.

Es zerriss mir zweimal die Wicklung im Motor. Beim ersten mal glücklicherweise beim Vollgastest vor dem Wurf. Es tat einen Schlag und es kamen viele kleine Teile aus der Düse geflogen. Schnell wurde ein neuer Motor bestellt und es nochmal probiert. Nach ein paar wenigen Flügen zerriss es mir die Wicklung erneut. Die Folge war ein irreparabel beschädigtes Flugzeug.

Nun, im Jahr 2013 und bestärkt durch die Mini Fan EVO Ankündigung der Firma WEMOTEC, hatte ich die Mig 29 endlich bestellt. Leider waren nur der Bauplan, Kabinenhaube, Rumpfspitze und die CAD Datei verfügbar. Der Spantensatz war aus und es war laut Herrn Franken in nächster Zeit auch nicht mit einer Neuanfertigung derselben zu rechnen. Herr Franken riet mir, die CAD-Datei zu nehmen und mich selbst ums fräsen zu kümmern.

Also kurzer Hand die CAD Datei mitbestellt. Als unsere Postbotin dreimal klingelte und mir das Päckchen überreichte war ich dann doch etwas überrascht. Im Päckchen war ernüchternd wenig fürs Geld. Plan, Haube, Spitze. In der Schachtel wirkte das alles ziemlich verloren.

Die CAD-Datei kam per Mail.

Mit der CAD-Datei konnte ich nichts anfangen und bat in einem Internetforum um einen Frässervice. Der Erste bekam den Zuschlag und es funktionierte einwandfrei. Innerhalb kürzester Zeit hatte ich einen Spantensatz hier liegen. Ich hatte gar keine Zeit, Fotos zu machen. Ich hab statt dessen sofort mit dem Bau begonnen.

April bis Oktober 2013:

Hier sind nun erste Baubilder. Das Gerüst ist innerhalb eines Tages aufgebaut und geht sehr leicht von der Hand.

Der Rumpfbau selbst geht leicht. Die Spanten mit den Flügelträgern + einer davor liegen alle mit der Unterseite auf dem ebenen Baubrett auf. Die letzten beiden Spanten müssen leicht unterfüttert werden. Ich glaube es waren 3 und 6mm. Ansonsten sind da nur die Gurte einzuziehen und die Lufteinläufe einzukleben. Danach kann schon die Beplankerei losgehen.

Die Spanten mit den Flügelaufnahmen habe ich verdoppelt und verstärkt. Die 2mm waren mir etwas zu dünn für die heutigen Leistungen.

Aus dem Plan ist leider nur sehr wenig rauszulesen oder rauszumessen. Der beschränkt sich wirklich nur auf die gröbsten Linien und Maße. Ich will nicht meckern, weil ich das schon vorher wusste. Aber mehr als eine schöne Zeichnung ist der Bauplan dennoch nicht. Im Grunde könnte man mit einem sauberen Foto einer originalen genauso viel anfangen Mein Mig Poster in der Werkstatt hat schon mehr beim Bau geholfen als der Plan.

Insgesamt ist mir beim Bauen immer wieder erstaunend aufgefallen, wie klein das Modell ist. Im Großen und Ganzen ist die Konstruktion in sehr kompakten Abmessungen nur um die beiden Lufteinläufe rumgebaut.

Wie bei der echten eben. VIEL Triebwerk - WENIG Flugzeug.

Die erste große Hürde waren dann die Lufteinläufe. Die eigentlichen Kanäle sind gerade und stellen keine große Herausforderung dar. Anders sieht es bei der Einlassgestaltung aus. Hier hat die MIG eine sehr schwierige Geometrie.

Das hier soll mal das erste Viertel des Lufteinlaufs werden.

Nach einer Schleiforgie entstanden ganz ansehnliche Formen.
Hier die "Formen" für den Luftkanal. 

Ich hab mich dazu entschieden, die Kanäle aus Gfk zu machen. Der schwarze Ring am Ende des Rohrs ist eine abgeschnittene Wemotec Düse. Man kann nun die Impeller sauber und ohne Absatz in den Lufteinlauf stecken.

Das Kartonrohr hab ich dann einfach mit Schrumpfschlauch überzogen und laminiert. Das geht supereinfach und gibt ein sehr gutes und sehr glattes Ergebnis.

Hier mal ein Bild vom laminieren.

Nach dem Laminieren kamen saubere Lufteinlaufrohre raus, die einfach nur ins Flugzeug gesteckt werden mussten und sofort passten. Festkleben und fertig!

Ich hab dann als erstes gleich die Unterseite beplankt. Der untere Teil der "Triebwerksverkleidung" ist aus 3mm Balsa. Ich verbaue kein EZFW sondern lande auf den Triebwerken . Daher das 3mm Balsa.

Die Flanken hab ich mit 1,5mm, leichtestem Balsa beplankt. Aber das war schon sehr wenig "Fleisch". Deshalb hab ich den größten Teil der Unterseite gleich mit Folie überzogen um alles etwas "grifffester" zu machen.

Nachdem die Kanäle fertig waren, machte ich mich an den Bau der Flügel.

Die Flügel selbst sind aus einem selbst geschnittenem Styroporkern, welcher mit 1,5mm Balsa beplankt wird.

Ich musste mit Verwunderung feststellen, dass die in der Bauanleitung beiliegenden Profilschablonen nicht für die Mig-29 zu sein scheinen. Die Profile die da abgebildet sind, passen mit keinem einzigen Maß zum Modell und dessen tatsächlichen Abmessungen.

Hier ein Bild was ich meine, die Profilschablonen sind zu klein und mit zu starker Dicke.

Da ich mit dem Profil in der Anleitung nicht zurechtkam und denke, dass da einfach etwas verwechselt wurde, hab ich mir kurzer Hand selbst eins erstellt. Ich hab Sperrholzschablonen gebaut und mit diesen die Flächenkerne geschnitten.

Ich nahm das Profil MH-22. Ich hoffe dass es einigermaßen taugt. Ich hatte mich zwar über das Profil informiert. Allerdings ist dieses Profil bei noch keinem meiner Flugzeuge im Einsatz. Daher hab ich keine Praxiserfahrung.

Claus Franken hatte seinerzeit bei mehreren seiner Modelle dieses Profil verwendet. Ich nehme daher an, dass es nicht so schlecht sein kann.

An der Flügelwurzel hab ich einen großen Flecken Kohle-/Aramid Mischgewebe reingelegt. Bei der ursprünglichen Mig des Herstellers war nur Styropor und Holzbeplankung vorgesehen gewesen. Ich vertraute da der 1,5mm Beplankung nicht so recht. Die Kraftübertragungsfläche ist auch sehr gering. Nicht dass mir der Druck zu hoch wird und die Aufnahme den Flügel durchbricht. Jetzt verteilt sich die Last vom Aufnahmebereich über einen großen Teil der Fläche. Jetzt hälts sicher.

Der Flügel ist mir äußerst leicht gelungen und durch die Matten, der Nasenleiste und der Querruderkästen ist er dennoch extrem fest. Da verbiegt sich garnichts mehr. Eher brechen die Spanten als der Flügel.

Der Aufbau der Flügel ist simpel. Styrokerne, Kohle/Aramidgewebe, 49g Glasgewebe und 1,5mm Balsa. Der Flügel wird später mit Folie überzogen.

Die kernseitige Fläche der Beplankung wird mit Harz eingestrichen und darauf das Glasgewebe und das Kohle/Aramidgewebe getupft bis sich alles mit Harz vollgesaugt hat. Dann wird die Beplankung auf den Styroporkern gepresst. Dazu verwendet man eine sogenannte Flügelpresse, welche ich auch zu Hause habe.

Ich war aber ehrlich gesagt zu Faul, meine große Presse rauszukramen. Darum gabs die Flügelpresse 2.0.

Das ganze sieht zwar sehr rustikal aus, ist aber aufs 1/10 Millimeter genau geworden.

Danach ging die Beplankerei auf der Oberseite schon los. Zuvor hatte ich noch die Motorkabel eingezogen.

Für die Servokabel klebte ich "Leerrohre" ein.
Davür naaaahmm iiich die aa...aaa..aaausgedienten Sangriastrohhalme *hicks*.

Nach dem Beplanken wurden die Flügel angebaut. Außerdem klebte ich jetzt bereits die ganzen Servoaufnahmen ein.

Und die Höhenflossen:

Und die Seitenflossen:

Die Seitenflossen hab ich bereits vor dem Ankleben mit Folie überzogen.

Als letzter Schritt war dann die Aufnahmekulisse der Düse und der Düsenverkleidung dran.

Das wars dann bis Oktober 2013.

Jetzt war es Zeit, die Impeller zu ordern und die dafür notwendigen Anpassarbeiten zu erledigen. Erst danach kann ich mit der restlichen Beplankung und den Düsen weitermachen.

Ich rechnete mit einer Lieferzeit von max. einer Woche.
Nochmal: Jetzt haben wir Anfang Oktober 2013.
Die Bestellbestätigung habe ich schon erhalten.

Aber jetzt ging die Sache erst los.
... düb dü düdlüdlü düb dü dü ...

Januar und Februar 2014
Es rührt sich nichts... Keine Antwort, keine telefonische Kontaktaufnahme möglich!!!

Dann... Ende Februar... Plötzlich... Eine Email... Und die genau dann, als ich am Computer saß und meinen Emailaccount offen hatte. ... jetzt gehörst du mir ... Ich schrieb eine Email zurück ...und...
Es kam doch tatsächlich umgehend eine Antwort. Ich schrieb noch mal ... und ...
Es kam noch eine Antwort mit dem Hinweis
"Ich sehe sofort nach wo das Problem liegt und melde mich!"

... dann ... düb dü düdlüdlü düb dü dü ... nichts!
Mai ... nichts!
Sommer und Herbst ...nichts!

Zwischenzeitlich gingen an die 20 Mails und doppelt so viele erfolglose Anrufe raus.

November 2014:

Ich sah wieder einmal meine einst getätigte Bestellung an und schwärmte vom Surren der Impeller. Mit einer Lieferung rechnete ich eh schon lange nicht mehr. Dabei fiel mir auf, dass der Preis der Impeller reduziert war. Also dachte ich mir, Gelegenheit nutzen und erneut bestellen. Leider wurde der angezeigte Preis nicht in den Warenkorb mit übernommen. Deshalb schrieb ich über das dortige Kontakformular, ob der Preis bei einer Bestellung später noch abgezogen wird. Hier kam dann umgehend eine Antwort. Es war natürlich ein Fehler und wenns ums Geld geht werden sie schnell. Der Preis war nicht reduziert. Aber wegen des freundlichen Hinweises bekam ich Rabatt. Ich bestellte erneut den kompletten Antrieb und bekam auch mehr oder weniger schnell eine Bestätigung.

Aber dann ...
Es verging wieder ein ganzer Monat ohne Lieferung. Ich entschloss mich nochmals nach der Bestellung zu erkundigen um zu prüfen, ob sie nicht schon wieder vergessen wurde.

Und dann... ein paar Tage vor Weihnachten 2014 ... wurden die Impeller tatsächlich geliefert!
Was für ein Freudenfest!

Mittlerweile hatte ich soweit wie möglich weitergebaut und die MIG dabei auch monatelang auf Eis gelegt um andere Projekte zu vollenden.

Das war dann der momentane Stand im Dezember 2014.

Januar 2015:

Als erstes wurde natürlich der Antrieb eingebaut. Das fertige Schubrohr für 69er Impeller und 16cm Länge passt haargenau. Ich hab hier die Schubrohre von Wemotec verbaut. Ich musste hinten an der "Schubdüsenverkleidung" nur noch minimalst Planschleifen. Als Düsenoptik habe ich einfach trapezförmig zugeschnittenes 1,5mm Balsa übereinander geklebt, so dass es nach Düse aussieht.

Den Rückenschacht habe ich nun doch so weit wie möglich geöffnet. Hier im nächsten Bild ist er komplett geöffnet dargestellt. Der Bereich wo die Regler sind, wird mit einem geschraubten Deckel verschlossen. Ist also nicht für tägliches Öffnen gedacht. Da ich hier entgegen der Vorgabe weiter geöffnet habe, bekomme ich nun sogar ohne unnötig lange Kabel (und Gewicht) die Regler so nah wie möglich an den Schwerpunkt ran.

Im nächsten Bild mit Kabinenhaube und komplett geschlossen. Die Kabinenhaube hat am vorderen Spant vorne eine halbmondförmige Aufdopplung. Diese Aufdopplung passt genau in eine zellenseitige Aussparung.

An der hinteren Seite ist die Kabinenhaube mit einem starken Magneten gesichert. Das hält bombenfest ... hoffe ich!

Beim nächsten Bild ist nur der Deckel drauf, der die Regler abdeckt. Ohne diesen Deckel wären die Regler darunter nicht so sauber platzierbar und es wäre viel mehr Kabellänge notwendig gewesen, um die Regler ohne gebrochene Finger anzuschließen.

Nun zu den Impellern:

Dazu gibt's nicht viel zu sagen, außer dass die Laschen platzbedingt ein klein wenig abgesägt werden mussten. Insgesamt ist der jeweils eingebaute Impeller enorm passgenau. Das liegt an den Düsen von Wemotec. Ich hab sogar einlaufseitig eine Düse angebracht, weil die so gut passen. Ich hab dazu einfach die Düse an der Aufnahme abgeschnitten und den Abschnitt als Fassung für den Impeller am Einlass verwendet. Die Durchmesser sind da bereits gleich und es gibt keine Sprünge mehr im Querschitt. Das passt extrem gut.

Zwischenzeitlich habe ich alle Ruder mit diesen hauchdünnen Vliesscharnieren angeschlagen. Den Rumpf habe komplett mit Folie überzogen.

Die Servos und Elektronik sind auch schon eingebaut. Die Impeller funktionieren und die Funke ist eingestellt. Das einzige was noch aussteht, ist ein kompletter Testlauf mit meinen Akkus. Ich kam im letzten Jahr fast nicht zum fliegen. Ich hoffe, dass die Akkus noch in Ordnung sind. Desweiteren habe ich auf die Regler zwei kleine 35mm, 5V, PC-Lüfter draufgebaut. Die sollen im Hochsommer dafür sorgen, dass die Regler eine Akkuladung durchhalten ohne zu überhitzen. Ich habe die Erfahrung gemacht, das so ein Flugzeuginnenraum extrem gut isoliert ist. Vor allem dann, wenns eigentlich nicht notwendig ist. Zudem ist eine Megaheizung in Form des Akkus drin. Die beiden Lüfter werden direkt aus einem 2S 400mAh Lipo gespeist. Um sie nicht zu beschädigen habe ich einen 6V Limiter vorgeschaltet. Im Flug Zu- und Abschaltbar sind die Lüfter mittels eines JETI SP06. Bei dem 2S Akku kam dann aber schon das nächste Problem. Es war wieder ein Lieferproblem. Der Akku und ein paar Kleinigkeiten wurden am 02.01.2015 beim Schweighofer bestellt. Alle Artikel wurden lagernd gelistet, sodass ich die Teillieferungen bei Bestellung verneinte. Nach einem Monat ohne Reaktion fragte ich nach. Antwort: Ein Artikel nicht lieferbar. Nach drei Monaten und ein paar Mails später forderte ich endlich eine Lösung. Also baten Sie mir einen Ersatzartikel an. Gut, der war aktzeptabel und so stimmte ich zu. Nach etwas mehr als 3 Monaten war dann auch diese Lieferung abgewickelt.

Bei diesem Flugzeug hatte ich mit den Lieferungen einfach kein Glück.

Momentan warte ich eigentlich nur noch auf schönes Wetter an einem meiner freien Tage. Dann steht dem Erstflug außer flatternden Knien nichts mehr im Weg.

Nach dem Erstflug folgt dann noch der Lack und der ganze Antennenkram wie beim Original.

April 2015:

An einem herrlichen Vormittag gings zitternd zum Flugplatz.
Schnell wurde das Katapult aufgebaut. Dann den Flieger zusammengebaut und die Funke eingeschalten.

Mist - Ich hab den Kreuzgurt für die Fernsteuerung vergessen. Also alles wieder abgebaut und den verflixten Gurt geholt. Ich wertete das alles schon wieder als böses Omen und wollte insgeheim gleich wieder daheimbleiben. Aber es hilft ja nichts.

Dann beim zweiten Versuch ging alles glatt und der Jet lag fertig auf dem Katapult.
Ich atmete noch einmal durch und trat auf den Auslöser. Trotz seiner 2350 Gramm (entspricht 1kg Übergewicht zu den Angaben des Herstellers) schnellte der Jet ohne Bodenkontakt davon. Er löste sich vom Seil und stieg schnurgerade im flachen Winkel davon.

Ich merkte aber, dass der Jet etwas schlecht aufs Höhenruder reagiert.
Fazit: Der Jet war brutal kopflastig. Die Trimmhebel waren innerhalb einer Runde schon am Anschlag. So flog der Jet wenigsten geradeaus. Ich hab natürlich dummerweise auch nicht allzuviel Ausschlag eingestellt, was sich jetzt rächt. Nur mit dem letzten Drittel Knüppelauschlag war dann noch an steigen zu denken. Aber der Jet flog sich trotzdem sehr schön. Man fühlte sich mit den Reaktionen sofort Wohl. Und der Sound der EVO Impeller ist einfach gigantisch.

Nach ein paar Runden gings wieder ans Landen. Der Flieger kam enorm gut an und baute sehr schön und gleichmäßig die Höhe ab. Im Endanflug jedoch bemerkte ich zu spät, dass er mir zu stark durchsackte und ich versuchte noch Höhe zu ziehen. Die Wirkung des Ruders war mit der nun geringen Geschwindigkeit und der enormen Kopflastigkeit natürlich noch schlechter. Den Knüppel im Anschlag fing er erst 2m über dem Boden an, die Nase hochzunehmen. Das war jedoch schon zu spät. Zwar Horizontal aber noch mit deutlicher Sinkgeschwindigkeit schlug er relativ unsanft auf der Bahn auf. Ich ging davon aus, dass jetzt wieder irgendwas kaputt ist. Aber: Es blieb alles heil. Glück gehabt.

Aber ganz ohne Schaden kam ich dann am Ende des Tages doch nicht davon. Als ich das Flugzeug am Ende des Flugtags wieder ins Auto laden wollte, kam es mir aus. Eine Seite rutschte mir aus der Hand und der Jet fiel mit der Nase voran auf den Boden.
Fazit: ABS hält nichts. Die Nase zerbrach in zig kleine Teile. Na Toll. Das hat's jetzt unbedingt gebraucht.
Aber egal. Ich hab mir schon eine neue bestellt und die Nase ist das geringste Problem. Zumindest weiß ich, dass der Jet fliegt. Und das sogar sehr gut.

Alles in Allem: Der Erstflug ist geglückt und das Teil flieg gigantisch gut!

Daten und Wissenswertes:

Und zu guter Letzt noch ein paar technische Daten.

Spannweite: 86cm
Gewicht: 2350 Gramm (mit 4s 5000mAh)
Der Akku wird aber noch durch einen 3s ersetzt. Das angepeilte Ziel sind 1900-2000g.
Profil: Als Grundlage diente das Standard MH-22.
Ich passte es auf folgende Daten an: MH 22 7.2%, 328 mm Tiefe, 1,5mm Beplankung, 1.837% Wölbung, 7% Dicke.
Dieses Profil hat sich bis jetzt gut bewährt. Ich hab bis jetzt keinerlei Tücken ausgemacht. Es reißt gleichmäßig und vorhersehbar am Innenflügel ab und der Jet nimmt dabei nur die Nase runter. Erfreulicherweise bleibt er dabei sogar noch einigermaßen steuerbar. Die Ruder sind ausreichend dimensioniert und der Jet reagiert trotz kleiner Ausschläge sehr flott und direkt. Aber dennoch alles andere als hektisch.
Schwerpunkt: liegt mind. 2cm hinter dem im Plan angegebenen. Den optimalen habe ich noch nicht ganz erflogen.

Ausrüstung:

Impeller: 2x Wemotec MINI FAN EVO 69mm
Regler: 2x YGE 90 Drehzahlsteller
Empfänger: Jeti R7
Servos: 2x Graupner DES 488 auf den Höhenrudern und 2x Graupner DES 448 auf den Querrudern.
Akku: momentan 4s 5000 mAh. Dieser Akku wird durch einen 3s ersetzt, weil die Leistung mit 3s vermutlich locker reicht und der Stromverbrauch dabei deutlich sinkt. Momentan zieht der Antrieb an die 100 A.
Sonstiges:
2x 5V Lüfter (35mm)
Jeti SP 06
6V Limiter
2s 400 mAh Akku für die Lüfter

Hier endet der Baubericht nun und ich freue mich, dass du dich für diesen Baubericht interessiert hast. Ich hoffe er hat dir gefallen.
Wer Fragen hat, kann sich gerne an mich wenden (» Kontaktformular).

Die letzten Bilder gibts, wenn der Vogel Farbe bekommen hat.

Happy landings wünscht
Robert